Eine Werkbank mit Schubladen beginnt mit einem guten Unterschrank. Dieser ist 600 mm breit, 871 mm hoch und 600 mm tief, aus 18 mm Birken-Sperrholz mit 6 mm Rückwand. Obendrauf kommt eine Arbeitsplatte deiner Wahl; sie steht nicht in der Zuschnittliste. Stell zwei oder drei nebeneinander für eine lange Werkbank.
Die Höhe: Handgelenkhöhe
Bosch gibt als Faustregel: „Der Abstand von Handgelenk zu Boden ergibt eine für dich gute Arbeitshöhe.“ Fine Woodworking sagt dasselbe, mit dem Zusatz: zum Hobeln niedriger, zum Sägen feiner Verbindungen und zum Schnitzen höher. Die Festool MFT/3 ist 900 mm hoch. Dieser Schrank ist 871 mm hoch; mit einer 40 mm starken Buche-Massivholzplatte aus dem Baumarkt (Hornbach) kommst du auf 911 mm, mit einer 38 mm starken Küchenarbeitsplatte (Hornbach) auf 909 mm. Ist dein Handgelenk höher oder tiefer, ändere die Höhe im Schrankplaner.
Vier Schubladen im 32-mm-Raster
Das 32-mm-System ist der Standard im Möbelbau: Löcher von 5 mm im Abstand von 32 mm, die erste Reihe 37 mm von der Vorderkante (Festool, Wikipedia). Fast alle Beschläge passen darauf. Dieser Schrank setzt die Schubladen auf Plätze von 128 mm, viermal 32. Eine Schublade ist 1 oder 2 Plätze hoch; die Front ist der Platz minus 3 mm Fuge, also 125 oder 253 mm. Küchenhersteller machen es genauso mit ihrem eigenen Maß: Nobilia teilt einen Korpus von 720 mm in Plätze von 144 und macht Fronten von 141, 285 und 573 mm.
- Oben zwei niedrige Schubladen über einen Platz, für Schrauben, Bits und Messwerkzeug.
- Unten zwei hohe Schubladen über zwei Plätze, für Maschinen und Koffer.
Weil jeder Platz gleich hoch ist, sitzen die Schienen aller Schubladen in einem festen Takt. Eine hohe Schublade ersetzt du später durch zwei niedrige, ohne zu messen.
Die Abstandsleiste: Schienen ohne Messen
In der Zuschnittliste steht eine Abstandsleiste von 550 × 82,3 mm. Das ist ein Platz von 128 mm minus der Höhe der Schiene, 45,7 mm (die Höhe eines gängigen Kugelauszugs wie dem Accuride 3832). Schraub die unterste Schiene fest, leg die Leiste an der Seitenwand darauf und setz die nächste Schiene auf die Leiste: sie sitzt dann genau 128 mm höher und über die ganze Länge parallel. Darauf kommt es an, denn Führungen müssen parallel sitzen, waagerecht und senkrecht (Accuride). Ist deine Schiene nicht 45,7 mm hoch, schneide die Leiste auf 128 minus die Höhe deiner Schiene. Die Leiste ist eine eigene Lehre, kein Fertigteil.
Traversen statt geschlossenem Oberboden
Ein Unterschrank, auf den eine Arbeitsplatte kommt, hat meist keinen geschlossenen Oberboden (The Handyman's Daughter). Zwei 100 mm breite Traversen, vorn und hinten, halten die Seiten oben auf Abstand, und durch sie schraubst du die Arbeitsplatte von unten fest. Fine Homebuilding nimmt bei Einbau-Unterschränken eine Traverse von 4 Zoll, etwa dasselbe Maß. Nutzt du den Schrank ohne Arbeitsplatte, wähle im Schrankplaner einen geschlossenen Oberboden.
Rückwand und Sockel
Traversen halten einen Schrank nicht im Winkel, eine Platte auf der Rückseite schon. Eine Platte nimmt die Kräfte in ihrer Ebene auf, wie eine beplankte Wand (APA), und eine Rückwand aus Latten ist nicht steif genug (Fine Woodworking). Deshalb hat dieser Schrank eine 6-mm-Rückwand, hinten aufgeschraubt. Für Schubladen zählt das doppelt: ein schiefer Schrank bringt die Schienen aus der Flucht.
Der Sockel ist 100 mm hoch und liegt 60 mm zurück, damit du mit den Füßen unter dem Schrank stehst und näher an der Platte arbeitest. In der Küche sind 50 bis 60 mm Fußfreiraum typisch (Lieblingsküchen); eine Quelle speziell für Werkbänke haben wir nicht gefunden, aber du stehst daran genauso wie an einer Arbeitsplatte in der Küche. Die Bodenplatte läuft über die ganze Breite und Tiefe durch, die Seiten stehen darauf, und der Sockel sitzt darunter: eine Frontleiste, zwei Seitensockel, die 60 mm kürzer sind, und dahinter ein Unterbau aus sägerauer Fichte, der den Schrank trägt. Diesen Unterbau (5 Leisten 46 × 100 mm) setzt der Schrankplaner in die Ablängliste, nicht in die Zuschnittliste.
Befestige den Schrank. Ein Schrank mit Schubladen kippt eher, als er aussieht, wenn eine volle Schublade offen ist, und Möbel mit Schubladen gehören gegen Kippen gesichert (Anchor It). Schraub die Arbeitsplatte durch die Traversen fest und den Schrank an die Wand oder an den Nachbarschrank. Der Schrankplaner meldet das auch unter Stabilität.
Was du brauchst
- 4 Paar Kugel-Vollauszüge 550 mm, etwa 45 mm hoch.
- Sägeraue Fichte für den Unterbau unter dem Sockel (in der Ablängliste) und Wandanker passend zu deiner Wand.
- Exzenter und Dübel für den Korpus und 4 Griffe; der Schrankplaner zählt sie in Was brauche ich.
- 18 mm Birken-Sperrholz und 6 mm Sperrholz für Rückwand und Schubladenböden (siehe Zuschnittliste).
- Eine Arbeitsplatte, etwa eine Buche-Massivholzplatte oder eine Küchenarbeitsplatte. Sie steht nicht in der Zuschnittliste.
Kugel-Vollauszüge von 550 mm gibt es im Baumarkt, zum Beispiel von Hettich bei Hornbach (max. 45 kg) und OBI; die Hausmarke des Baumarkts reicht auch. Eine Führung von 550 mm braucht mindestens 554 mm Korpustiefe; dieser Schrank ist 600 mm tief, das passt gut. Die Schubkästen selbst sind 590 mm lang.
Abmessungen
- Außenmaß: 600 × 871 × 600 mm (Breite × Höhe × Tiefe), ohne Arbeitsplatte
- Sockel 100 mm hoch, 60 mm zurück, unter einer durchgehenden Bodenplatte
- Vier Schubladen auf Plätzen von 128 mm: Fronten 125, 125, 253 und 253 mm
- 18 mm Birken-Sperrholz, Rückwand und Schubladenböden 6 mm
Plattenmaße (Zuschnittliste)
| Teil | Maß (mm) | Anzahl | Material | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Seite | 753 × 600 | 2 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Traverse oben vorne | 564 × 100 | 1 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Traverse oben hinten | 564 × 100 | 1 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Bodenplatte | 600 × 600 | 1 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Rückwand | 600 × 771 | 1 | Sperrholz (Birke) | 6 mm |
| Sockel | 564 × 100 | 1 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Seitensockel | 540 × 100 | 2 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Schubladenfront | 594 × 125 | 2 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Schubladenseite | 590 × 83 | 4 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Schubladenrückwand | 503 × 83 | 2 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Schubladenboden | 503 × 572 | 4 | Sperrholz (Birke) | 6 mm |
| Schubladenfront | 594 × 253 | 2 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Schubladenseite | 590 × 211 | 4 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Schubladenrückwand | 503 × 211 | 2 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
| Abstandsleiste | 550 × 82,3 | 1 | Sperrholz (Birke) | 18 mm |
Was der Schrankplaner macht
Wähle bei den Schubladen die Aufteilung Raster; dann ist jede Schublade 1, 2 oder 3 Plätze hoch, und Schubladen gleicher Höhe können den Platz tauschen. Beim Oberboden wählst du Traversen oder einen geschlossenen Boden, beim Sockel den Rücksprung. Die Bauanleitung bohrt die Löcher für die Schienen an jedem Platz, auch wo noch keine Schublade beginnt, und setzt die Schienen mit der Abstandsleiste. Den Schrank gibt es auch als Schranktyp Werkbank-Unterschrank in der Galerie.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte eine Werkbank sein?
Eine gängige Faustregel ist die Handgelenkhöhe: stell dich aufrecht hin, Arme hängen lassen, und miss vom Boden bis zum Handgelenk. Bosch und Fine Woodworking nennen diese Regel. Bei den meisten Menschen kommt das auf etwa 90 cm. Pass die Höhe des Schranks an und rechne die Stärke deiner Arbeitsplatte dazu.
Kann ich eine Schublade später versetzen oder teilen?
Ja, dafür ist das Raster da. Alle Plätze sind 128 mm hoch, und die Löcher für die Schienen sitzen an jedem Platz. Eine hohe Schublade über zwei Plätze tauschst du gegen zwei niedrige, ohne im fertigen Schrank zu bohren. Die Bauanleitung bohrt die Löcher für alle Plätze gleich mit.
Kann der Schrank breiter sein, etwa für eine Werkbank von 2 Metern?
Ja. Stell mehrere Schränke nebeneinander unter eine Arbeitsplatte, oder mach den Schrank im Schrankplaner breiter; Schubladen, Traversen und Zuschnittliste passen sich an. Für breite Schubladen kannst du im Schrankplaner einen dickeren Schubladenboden wählen.