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Schubladen ohne Auszüge selber bauen: Schubladenführung aus Holz

Eine Schublade ohne Metallauszug baust du, indem du den Schubkastenboden breiter zuschneidest als den Kasten und ihn in einer Nut in der Korpusseite laufen lässt. Die Nut entsteht mit zwei Leisten auf der Seite, oder du fräst sie. Günstig und ohne Beschlag, aber mit Grenzen, die du vorher kennen solltest.

Leisten, Nuten und Böden ausgerechnet Öffne einen Schubladenschrank mit Holzführung im Schrankplaner. Ändere die Maße; Schubkastenmaß, breiterer Boden und jede Leiste rechnen mit.
Beispiel öffnen →

Wie funktioniert eine Schublade ohne Auszug?

Bei einer Schubladenführung aus Holz trägt der Schubkastenboden die Schublade. Der Boden sitzt unter dem Kasten und steht links und rechts ein paar Millimeter über. Diese überstehenden Kanten laufen in einer Nut in der Korpusseite. Der Kasten selbst berührt die Seite nicht. Bosch nennt zwei Lösungen aus Holz für eine Schublade ohne Beschlag: Holzleisten oder eine gefräste Nut als Führung (Bosch DIY).

Die Nut entsteht auf zwei Arten:

Schnitt durch eine Holzführung mit Leisten Links die Korpusseite von 18 mm. Darauf zwei Leisten von 6 mm mit einer Nut dazwischen. Der Schubkastenboden von 6 mm läuft in der Nut; die Nut ist 7 mm hoch, also 1 mm höher als der Boden. Die Zarge steht auf dem Boden, 1 mm frei von der Leiste. Die Unterkante der Nut liegt 30 mm über dem Fachboden. 7 = Boden 6 + 1 30 6 18 1 frei Seite Zarge Schubkastenboden Leiste Fachboden
Schnitt an der linken Korpusseite, Maße in mm. Leisten von 6 mm, Nut 1 mm höher als der Boden, Zarge 1 mm frei von der Leiste. Das sind die Standardwerte in cutlistlab; du änderst sie im Schrankplaner. Fachboden und Zarge sind schematisch, nicht in ihrer Dicke gezeichnet.

Schubladenführung aus Holz: Leisten oder gefräste Nut?

LeistenGefräste Nut
WerkzeugSäge, Nagler oder Elektrotacker, Leim nach WahlOberfräse mit Führung oder Schablone
Korpusseitebleibt ganz; die Leisten kosten innen 2 × (Leiste + Spiel) BreiteNut höchstens ein Drittel der Seitendicke tief
Kastenbreite bei 414 mm Innenbreite400 mm412 mm
Verschleißt die Nut?Leisten lassen sich tauschen, wenn sie nicht geleimt sinddie Nut sitzt in der Seite selbst
SichtbarLeisten sichtbar bei offener Schubladenur die Nut

Für eine gefräste Nut gilt: höchstens ein Drittel der Seitendicke ausfräsen. HolzWerken setzt diese Grenze für eine genutete Schubkastenseite (HolzWerken), und in einem Bruchtest in 3/4-Zoll-Sperrholz hielt eine Nut von einem Drittel (1/4 Zoll) besser als tiefere (Highland Woodworking). In 18 mm Platte sind das 6 mm. cutlistlab warnt, wenn du tiefer gehst, und meldet einen Fehler über der halben Seitendicke. Die Nut wird so hoch wie der Schlitz für den Boden (Boden + 1 mm); ist dein Fräser schmaler, fräst du sie in zwei Durchgängen.

Die Maße, ausgerechnet

Alles folgt aus drei Entscheidungen: der Dicke deiner Bodenplatte, der Dicke der Leisten und wie viel Luft du dem Boden gibst. Das Beispiel unten ist der Schubladenschrank hinter dem Knopf auf dieser Seite: 450 breit, 800 hoch und 500 tief, aus 18 mm Multiplex, mit vier Schubladen und einem Boden von 6 mm.

MaßRegelIm Beispiel
NuthöheBodendicke + Spiel in der Nut6 + 1 = 7 mm
NuttiefeLeistendicke6 mm
Schubkastenboden, BreiteInnenbreite − 2 × Seitenspiel414 − 2 = 412 mm
Schubkasten, BreiteInnenbreite − 2 × (Leistendicke + Seitenspiel)414 − 14 = 400 mm
Boden steht überje Seite, über die Zarge hinaus6 mm
Unterkante Nutüber der Unterkante jeder Schubladenöffnung30 mm
Zarge, HöheÖffnung − (Unterkante Nut + Boden + 6 mm Luft über dem Kasten)188,75 − 42 = 146,8 mm

Miss die echte Dicke deiner Bodenplatte, bevor du die Nut anlegst: die Nut muss zu der Platte passen, die du hast, nicht zur Zahl auf dem Etikett. Sperrholz in 6 mm gibt es im Baumarkt, zum Beispiel Sperrholzplatte Pappel 6 mm bei toom. Säg die Leisten aus derselben Platte, dann brauchst du eine Platte für Böden und Leisten.

Weil jede Schublade ihre Nut auf derselben Höhe in ihrer Öffnung hat, liegen die Nuten bei gleichen Schubladen in einem festen Raster, und du kannst die Kästen untereinander tauschen (mit Front nur, wenn die Fronten gleich hoch sind).

Das rechnet cutlistlab für dich aus. Wähle im Schrankplaner bei Auszugtyp den Knopf Holz und bei Nut Leisten oder Gefräst. Die Zuschnittliste bekommt die breiteren Böden, die niedrigeren Zargen und jede Leiste als eigenes Teil, jede in ihrer Höhe. Bei der Schublade steht für jede Nut, von welcher bis zu welcher Höhe über dem Fachboden sie läuft, und die Bauanleitung setzt die Leisten von unten nach oben auf die lose Korpusseite. Beispiel öffnen →

Schritt für Schritt: Schublade auf Leisten

  1. Alles in einem Durchgang zuschneiden. Korpusseiten, Boden und Deckel, für jede Schublade den Kasten und den breiteren Boden, und die Leisten. Halte die Leisten pro Seite zusammen: Sie haben unterschiedliche Höhen.
  2. Leisten auf die lose Korpusseite setzen, bevor du den Korpus zusammenbaust: flach auf der Werkbank geht es leichter. Miss ab der Oberkante des Korpusbodens, nicht ab der Unterkante der Seite, oder folge den Maßen der Bauanleitung. Arbeite von unten nach oben. Befestige die Leisten mit Klammern, Stiften oder Schrauben; Leim macht sie fester, aber geleimte Leisten bekommst du später nicht sauber ab. Leg zwischen zwei Leisten ein Abstandsstück so hoch wie die Nut, dann bleiben sie parallel und im gleichen Abstand (Sawdust Girl; Fine Woodworking). Prüf jede Nut mit einem Reststreifen der Bodenplatte: Er muss ohne Klemmen hineingleiten.
  3. Die richtigen Klammern oder Stifte wählen. Für 18 mm brauchst du einen Nagler oder Elektrotacker; ein Handtacker wie der Rapid R34 schafft Klammern bis höchstens 14 mm (Produktblatt). Faustregel des Befestigungsherstellers Rapid: dreimal so lang wie die Dicke des Teils, das du befestigst. Bei einer Leiste von 6 mm sind das 18 mm, und auf einer Seite von 18 mm bleiben dann bis zur Außenseite 6 mm Holz: Die Spitze tritt nicht aus.
  4. Korpus zusammenbauen und prüfen, ob die Seiten parallel stehen. Steht eine Seite schief, klemmt die Schublade hinten oder klappert vorne.
  5. Kasten bauen und den Boden unter den Kasten leimen und nageln. Leg auf beiden Seiten ein Abstandsholz an den Kasten, damit der Boden links und rechts gleich weit übersteht.
  6. Einreiben und einschieben. Reib die Nuten und die Bodenkanten mit Paraffin oder einer Kerze ein (holzwerken.de; Woodgears) und schieb die Schublade hinein. Kein Öl: Es wird mit der Zeit klebrig (Woodgears).
  7. Fronten ansetzen und die Fugen rundum gleichmäßig einstellen.

Baust du mit melaminbeschichteter Spanplatte? Holzleim ist für Holz gemacht; für eine Kunststoffoberfläche gibt es eigene Leime (Titebond Melamine; Ponal Lackleim). Einfacher: Schraub die Leisten dort an, statt sie zu leimen, mit Senkkopfschrauben: Zwischen Leiste und Zarge ist nur 1 mm Luft, und ein vorstehender Kopf schleift am Kasten.

Welches Holz für die Leisten?

Holz auf Holz verschleißt, also bestimmt die Lauffläche, wie lange die Schublade leicht läuft. Wenig poröses Hartholz wie Buche, Ahorn oder Birnbaum eignet sich am besten: Hartholz auf Hartholz läuft leichter und verschleißt weniger (holzwerken.de). Leisten aus derselben Platte wie der Boden sind am einfachsten: eine Platte, kein zusätzliches Holz. Für einen Werkstattschrank mit leichtem Inhalt ist das praktisch, aber keine Quelle sagt, wie lange solche Plattenstreifen halten. Willst du die Leisten später tauschen können, befestige sie nur mit Klammern oder Schrauben, ohne Leim.

Wie weit lässt sich die Schublade ausziehen?

Etwa zwei Drittel. Ein Drittel der Schublade sollte in der Führung bleiben. Ziehst du weiter, wirkt die Schublade als Hebel auf das letzte Stück Leiste, und die Holzfasern können abscheren (HolzWerken). Ganz ausziehen lässt sich eine Holzführung nicht: Die Schublade sackt ab und kann herausfallen (Popular Woodworking). Dafür brauchst du einen Vollauszug aus Metall, etwa einen Kugelauszug.

Eine Holzführung hat von sich aus keinen Anschlag. In einem Schrank mit einem Querriegel über jeder Schublade kannst du einen Drehriegel hinten auf den Kasten schrauben: ein Hartholzklötzchen von etwa 13 × 19 × 51 mm mit einer Schraube durch ein Loch 19 mm von einem Ende. Quer gedreht schiebst du die Schublade hinein, hochkant stößt es an den Riegel (This Old House). Hat dein Korpus keine Riegel zwischen den Schubladen, wie die meisten Plattenschränke, dann hat das Klötzchen nichts, woran es anschlagen kann. Halte dort die zwei Drittel selbst ein, und denk daran, dass eine volle Schublade dann ganz herausfallen kann: Vorsicht mit Füßen und Kindern.

Wann doch ein Auszug aus Metall?

Du schwankst zwischen Auszügen aus Metall? In Kommode nach Maß bauen steht, was Seiten-, Unterflur- und Bodenauszug mit deinem Schubkastenmaß machen.

Video: Schubladen im Schrankplaner

Dieses Video aus der Schrankreihe zeigt Schubladen allgemein: wie viele, wie du sie verteilst und wie der Boden in eine Nut kommt. Die Auszugtypen darin sind aus Metall; die Holzführung wählst du an derselben Stelle, mit dem Knopf Holz.

Video auf eigener Seite ansehen, mit Kapiteln und Transkript →

Häufige Fragen

Kann man Schubladen ohne Auszüge bauen?

Ja, für leichten Inhalt. Mach den Schubkastenboden breiter als den Kasten und lass ihn auf beiden Seiten in einer Nut in der Korpusseite laufen. Die Nut entsteht mit zwei Leisten auf der Seite, oder du fräst sie. Metall braucht es nicht.

Wie weit lässt sich eine Schublade mit Holzführung ausziehen?

Etwa zwei Drittel. Ein Drittel der Schublade sollte in der Führung bleiben; ziehst du weiter, wirkt eine solche Hebelkraft auf die Leiste, dass die Holzfasern abscheren können. Ganz ausziehen lässt sich eine Holzführung nicht; dafür brauchst du einen Vollauszug aus Metall, etwa einen Kugelauszug.

Womit schmiert man eine Schubladenführung aus Holz?

Mit Paraffin oder einer Kerze: Nuten und Bodenkanten einreiben. Kein Öl, denn es wird mit der Zeit klebrig.

Wie tief darf eine Nut in der Korpusseite sein?

Höchstens ein Drittel der Seitendicke, also maximal 6 mm in einer Seite von 18 mm. Tiefer schwächt die Seite. Mit Leisten hast du dieses Problem nicht, weil du nichts aus der Seite nimmst.

Welches Holz nimmt man für die Leisten?

Wenig poröses Hartholz wie Buche, Ahorn oder Birnbaum verschleißt am wenigsten. Ein Streifen aus derselben Platte wie der Schubkastenboden ist am einfachsten und reicht für leichten Inhalt, aber Holz auf Holz verschleißt immer: Befestige die Leisten so, dass du sie später tauschen kannst.

Wann nimmt man doch einen Auszug aus Metall?

Bei schwerem Inhalt, wenn die Schublade ganz aufgehen muss, wenn die Schublade viel breiter als tief ist, und in feuchten Räumen wie dem Bad. Holz quillt bei Feuchte, deshalb ist dort ein Kugelauszug die vernünftige Wahl.

Deinen Schubladenschrank mit Holzführung selber bauen? Starte beim Beispiel und ändere Breite, Höhe und Zahl der Schubladen. Zuschnittliste, Zuschnittplan und Bauanleitung rechnen mit.
Im Schrankplaner öffnen →

Quellen: HolzWerken, Nutleisten als Führungen; HolzWerken, Breite Schubkästen klemmen gern; holzwerken.de, Laufleisten; Woodgears, wooden drawers; Popular Woodworking, 3 kinds of drawer slides; Highland Woodworking, ideal dado depth; This Old House, Fixing falling drawers; Fine Woodworking, Tips for drawer runners; Sawdust Girl, wood drawer runners; Titebond Melamine Glue; Ponal Lackleim, Technisches Merkblatt; Rapid, Nagellänge; Bosch DIY, Schublade selber bauen.

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